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20.11.2007

Julia Weill zündet die Sterne an

Fast jeder kennt diese Stimme. Mit Werbe-Jingles für Fernsehen und Radio hat sich die Folkwang-Absolventin Julia Weill in das kollektive Unterbewusstsein der ganzen Nation gesungen.

Am Sonntag bestand die Möglichkeit das dazugehörige, durchaus sehenswerte, Gesicht zur Stimme kennenzulernen.

Im historischen Ambiente des Spiegelzelts des Circus Roncalli gab Julia Weill ein Benefizkonzert zugunsten des Vereins „Förderturm – Ideen für Essener Kinder“. Vor fast ausverkauften Zelt präsentierte Julia Weill Auszüge aus ihrer aktuellen CD „Die Sucherin“, sowie ihre Interpretationen bekannter Welthits.

Zum Auftakt gab sie zu Ehren ihres Namensvetters Kurt Weill die Seeräuberjenny aus der Dreigroschenoper. Bereits hier war klar, dass dieser Abend ein musikalischer Hochgenuss werden würde. Die erste Hälfte des Konzerts war bestimmt von Julia Weills eigenen Liedern aus „Der Sucherin“. Begleitet von Heiko Lettmann am Piano und Lothar van Staa am Saxophon und Querflöte verzauberte Julia Weill ihr Publikum mit ihren anspruchsvollen Chansons mit Anleihen aus dem Jazz.

Die authentische Sängerin zeigt ihre Gefühle. Als Symbol für die Verletzbarkeit und die Schutzwürdigkeit unserer Kinder entzündete Julia Weill eine Kerze und man spürte hier dass hinter der professionellen Bühnendarstellerin auch eine sensible und liebevolle Mutter steckt. Mit ihrem Lied „Ungreifbar“ führte Weill Ihr Publikum in das mystische und phantasievolle Wesen der Kinder, und ihre Gäste ließen sich gerne mitnehmen in die Welt der Gefühle, des Traums.

Julia Weills Interpretation des Sondheim Klassikers „Not while I´m around“ beweist, dass hier in Essen gesangliches Potential besteht, welches Broadway-Größen wie einer Barbra Streisand in nichts nachsteht.

Im zweiten Teil des Konzerts präsentierte sich Julia Weill schwungvoller. In einem atemberaubenden Kleid sang sie „Mein Herr“, eine spitzig-frivole Eigenkomposition, die nicht nur die Fantasie der anwesenden Herren anregte. Ihre stielsicheren und gekonnten Interpretationen bekannter Klassiker von Sting gehörten ebenso zu den Höhepunkten wie die einzigartige Präsentation bekannter französischer Chansons, die das Publikum zum Mitsingen animierte.

Egal was Julia Weill vorträgt, sie erweckt ihre Lieder mit eigenwilliger und persönlicher Note zum Leben. Schnell wechseln Stimmlage und Tempo. Gerade noch kraftvoll voluminös, jetzt zart und leicht, um dann gewaltig und explosiv den Raum zu füllen.

Das Publikum wurde durch ein Wechselbad der Gefühle und Stimmungen geführt und erlebte ein Konzert auf künstlerisch-musikalisch allerhöchstem Niveau.

Wer nicht auf das nächste Konzert warten möchte, erhält die aktuelle CD „Die Sucherin“ unter www.juliaweill.de.